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Mittwoch, 10. Dezember 2008, 12:05
Hypertonie: Kombination aus RAS-Hemmer + Amlodipin
ist RAS-Hemmer + Diuretikum überlegen Novartis hat in der ACCOMPLISH-Studie Single-Pill-Kombinationen mit Renin-Angiotensin-System (RAS)-Hemmern hinsichtlich der Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse verglichen. Die RAS-Hemmer/Amlodipin-Kombi senkte dabei die Rate kardiovaskulärer Ereignisse bei Hochrisikopatienten um 20 % im Vergleich zu RAS-Hemmer + Diuretikum.
Nur bei 37 % der Patienten lagen bei Studienaufnahme die systolischen Blutdruckwerte unter 140 mmHg, dem angestrebten Zielwert. Nach der Umstellung auf eine Single-Pill-Kombination und Dosistitration erreichten 72 % (HCT-Kombination) bzw. 75 % (Amlodipin-Kombination) der Patienten das Blutdruckziel eines mittleren systolischen Blutdruckwerts von ungefähr 130 mmHg. Dies ist das erste Mal, dass ein so niedriger Ø systolischer Blutdruckwert in einer großen Outcome-Studie erreicht werden konnte. Der systolische Blutdruckwert ist ein Maß für die maximale Kraft, die das Herz bei seiner Kontraktion gegen den Widerstand des Gefäßsystems aufbringt. Dies ist von großer Bedeutung, da der systolische Blutdruckwert mit zunehmendem Alter ansteigt und ein wichtiger Indikator für das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse ist. Zur Substanzklasse der RAS-Hemmer gehören etwa Angiotensin-converting-Enzym-Inhibitoren (ACE-Hemmer - wie Benazepril) und Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARBs - wie Valsartan (Diovan). Einige RAS-Hemmer haben bei ACE-Hemmer- bzw. ARB-Monotherapie nachweislich die Häufigkeit des Auftretens spezifischer kardiovaskulärer Ereignisse verringert. Jedoch benötigen möglicherweise bis zu 80 % der Hypertoniepatienten mehrere Medikamente, um die Blutdruckzielwerte zu erreichen. Des Weiteren nehmen Patienten ihre Medikation möglicherweise eher dann kontinuierlich ein, wenn sie 1 Tablette anstelle von 2 getrennten Tabletten einnehmen müssen. In ACCOMPLISH erreichten die Hälfte der Patienten ihre angestrebten Blutdruckwerte durch Einnahme nur 1 Tablette, d. h. eine Zusatztherapie war nicht erforderlich. Auch nahmen rund 70 % der Patienten die Kombipräparate am Ende der Studie noch ein. Beide Kombinationen wurden gut vertragen. Die Häufigkeit des Auftretens unerwünschter Ereignisse, die zum Studienabbruch geführt haben, war niedrig und lag bei rund 15 % in beiden Gruppen, wobei bei nur 0,5 % (HCT-Kombination) bzw. 0,4 % (Amlodipin-Kombination) eine Hypotonie als schweres unerwünschtes Ereignis auftrat. Das Vertrauen, das Novartis in den Kombiansatz setzt, spiegelt sich in der Zulassung einer neuen Indikation für 2 seiner Antihypertensiva wider - Diovan HCT (Valsartan + Hydrochlorothiazid) und Exforge (Valsartan + Amlodipinbesilat). Beide wurden vor kurzem in den USA als Erstlinientherapie bei Patienten, die wahrscheinlich mehrere Medikamente zur Erreichung des bei ihnen angestrebten Blutdrucks benötigen, zugelassen. ACCOMPLISH ist eine doppelblinde, ereignisgesteuerte Studie, an der mehr als 11.000 Patienten in den USA und Skandinavien teilnahmen. Zum zusammengesetzten Endpunkt gehörten Herzinfarkte, Schlaganfälle, Krankenhausaufnahmen wegen instabiler Angina pectoris und kardiovaskulärer Tod bei Hochrisikopatienten mit Bluthochdruck. Es ist die erste Studie, die kardiovaskuläre Outcomes in einer Hypertonikerpopulation untersucht, bei der alle Patienten randomisiert mit einer Kombination direkt nach ihrer Vortherapie bei Beginn der Studie behandelt wurden, im Gegensatz zu einem stufenweisen Vorgehen. Die Patienten erhielten eine Kombination aus Benazepril HCl und Amlodipinbesilat (Lotrel) bzw. aus Benazepril und HCT. Während der ersten 2 Monate wurde die Dosis des Prüfpräparats erhöht: Benazepril wurde bis 40 mg auftitriert und dann wurde bei Patienten, die den Zielblutdruck nicht erreicht hatten, HCT bis auf 25 mg und Amlodipin bis auf 10 mg auftitriert. |
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